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Schwarzwald 2011

 

Prolog

 

Die „Schwarzwaldstämme“ vornehmlich die Alaman(n)en aus dem Territorium Ortenau mit all ihren eigentümlichen Eigenarten verstehen lernen,  bedarf einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit dieser einzigartigen ethnischen Nischenpopulation. Mein nachfolgender Reisebericht basiert auf einer im weitesten Sinne teilnehmenden aber ansonsten völlig neutralen Beobachtung und Betrachtung. Ob es mir gelungen ist, mag die Leserschaft hernach kritisch beleuchten. Ich rühme mich, das Vertrauen  und Wohlwollen eines der Stammesfürsten, namens WEBS  sowie seines Schamanen ELLE erworben zu haben, so dass ich mich nun ihnen und ihren Stammesangehörigen völlig unbeschwert nähern, mich innerhalb ihrer Sippen und Clans frei bewegen und ungehindert meine volkskundlichen Untersuchungen über die Alltagskultur dieses Stammes vornehmen kann. Ich bin mir dieses außerordentlichen Privilegs durchaus bewusst. Und so bin ich gerne ihrer Einladung zu dem diesjährigen Stammestreffen gefolgt, das mir tiefe Einblicke in das Leben der Blauen Krieger Germaniens  ermöglicht und mich bereichert und nachhaltig geprägt hat. Diesen Menschen, die im allgemeinen zurückgezogen in ihren dunklen düsteren Tälern wohnen, ist eins gemein: Misstrauen, Vorsicht gegenüber allem Fremden. Beharrlichkeit zahlt sich jedoch aus, denn hat man erst einmal ihr Vertrauen erworben, schlägt einem eine Herzlichkeit und Zuneigung und Gastfreundschaft gegen, die ihresgleichen sucht. Ich erinnere mich diesbezüglich an eine Mär eines Herolds, der über einen Chevalier, namens DjäiDjäi nebst seiner Minne, beide aus Helvetien stammend, berichtete. Unlängst seien diese Edlen bei dem Stamm untergekommen und hätten sich in den Gewölben des Ritters WEBS aus Ehrenkirchen-Norsingen an Köstlichkeiten delektiert, die da reichlich aufgetragen wurden. Beide waren voll des Lobes über die herzliche Aufnahme, Beherbergung und Bewirtung. Das Leben im Schatten des dunklen Tann, wo sich nur selten und höchsten für ein trimenium die Sonne blicken lässt, hat auch die Menschen äußerlich geprägt. Sie sind von gedrungener Statur und  schauen eher finster, ja nahezu biestig drein, wie die beiliegende Abbildung verdeutlicht. Ihre Behaarung ist dunkel bis schwarz, so insbesondere bei dem besagten Stammesfürsten und dessen  Schamanen aus dem Ortenau-Gau zu beobachten. Doch die zuvorderst genannten Stigmata trügen, wie nachfolgend noch zu berichten ist. Das Stammes-Heiligtum ist Ihr Feldzeichen, auf das sie stolz sind, das sie verehren und bewahren wie den heiligen Gral. Ich erinnere mich einer Begebenheit anlässlich eines Treffens in der Ortschaft Rentene am fluvius Visurgis. In dem Ort Namens Bückeburg hatte sich ein Ritter einer anderen Sippschaft seines Paniers entledigte und legte es bei einem Mahle unbeaufsichtigt ab. An diesem Verhalten ließen sie kein gutes Haar; es wurde einhellig missbilligt, ja mit Verachtung und Anfeindungen bestraft. Dies alles ist verbrieft in den Annales der vereinigten Blauen Krieger Germaniens. Ihr Feldzeichen zeigt im Centrum hintergründig einen doppelköpfigen schwarzen Adler, der möglicherweise auf ihr Stammesgebiet, dem Ortenau-Gau hinweist. Darüber besteht aber seitens des Stammes keine absolute Gewissheit. Es findet bei allerlei okkulten Handlungen Verwendung. Es erhebt sich aus der Masse der germanischen Stammeszeichen, da es - im Gegentum zu den vereinigten germanischen Stämmen - auf einem schwarzen Panier aus gegerbten Leder getragen wird, wohl in Anlehnung an den schwarzen Tann in dem sie heimisch sind. Das Stammesgebiet hat eine wechselvolle Geschichte und ist, da von enormer geostrategischer Bedeutung, von vielerlei Occupanten heimgesucht worden. Ein fremdes Volk jenseits des Atlantis aus dem Lande Canadien brachte ihnen letztlich den Segen des Rittertums näher, das sie begierig aufnahmen. Quo vadis?  Beginnen wir zunächst – wie es usus ist – mit der Explikation der allgemeinen und besonderen Umstände der Anreise und dem Erlebten unterwegs. Während Lui nebst UlliA und Marion die Anreise über ruhige, beschauliche Post- und Viehwege bestreiten wollten, intendierte der Rest der Reisegruppe aus Biker-Manni, TIM, ChrisB und dem Chronist aus Zeitgründen dazu, über die alten aber gut ausgebauten römischen Heer- und Handelsstraßen  A1/A45/A5 zu kutschieren.. Vatti &Monik. Barney & Kiki sowie Sunny wollten sich Zeit lassen und hatten die Reise bereits zuvor angetreten. Wir trafen uns um 08:00 Uhr zur gemeinschaftlichen Exkursion in dem Orte Selm, dem Heimatort von Manni und Tim, ca. 35 km von meinem Standort in Monasterium entfernt. Es hieß für mich: wieder aufstehen um 06:00 Uhr... Wir taten wirklich gut daran, den schnelleren Weg zu wählen, denn während wir nur für zwei kurze Momente leicht benässt wurden, schienen Lui und UlliA nebst Marion jede erdenkliche Wolke angezapft zu haben. Die Anreise ansonsten verlief, abgesehen von leichten Verkehrsstörungen, ohne nennenswerte Höhepunkte oder besondere Vorkommnisse. Runter von der A5, rauf auf die B33 konnte man aus der Ferne schon man die malerische Burg Ortenberg am Hang des Schwarzwald-Vorgebirges sehen, auf der unser Treffen stattfinden sollte. Wir waren, obwohl schon gegen 14 Uhr eingetroffen, nicht gerade die ersten Ankömmlinge. Der Vorhof der Burg war gepflastert mit allerlei Velo´s. Etliche Mannen belagerten bereits die Kuchenbar oder zogen sich ein Lederbier rein oder ließen sich registrieren. Nicht ganz in dieser Reihenfolge arbeiteten wir das obligatorische Programm ab. Unsere Bude befand sich im 2. Etage der Burg. Das bedeutete erst einmal vom Parkplatz aus mit dem sperrigen Gepäck eine steinerne enge Wendeltreppe hinauf quälen. Oben angekommen ging`s dann ins Haupthaus, wo nochmals einige Treppen erklommen werden mussten. Bei dem einen oder anderen Kollegen traten dann plötzlich rasselnde Lüftergeräusche auf. Man(n) will es ja nicht wahrhaben: man ist halt nicht mehr der Jüngste...!!! Jetzt schnell im Parterre Bettzeug aufnehmen und dann den Divan beziehen. Alles das geht problemlos vonstatten. Als Jüngster der Gruppe habe ich nicht das Privileg, im Souterrain meine Schlafstatt aufzuschlagen, sondern ich muss mich ins Obergeschoss der Maisonette verziehen. Die Besteigeeinrichtung ins Oberstübchen ist ziemlich steil (so ca. 80 Grad), da liegt die Befürchtung nah, dass die älteren Kollegen bei mangelnder Koordination ihrer Extremitäten leicht ins Trudeln kommen. Da die Räume alle eine sehr stattliche Höhe aufweisen, hat man zur Platzmaximierung  einen Zwischenboden eingezogen. Der befand sich allerdings in Höhe der Oberkante der recht hohen Außenfenster. Letztlich blieb für das Oberstübchen nur noch eine lichte Höhe von ca.  1,50 m übrig. Ist klar, dass nur Kriecher und Unterwürfige, also jene die gelernt haben sich unterzuordnen,  unbeschadet die weit hinten liegende  Lagerstatt erreichen können. Ich habe nicht nur diese Routine, sondern die Hochlage macht mir auch nichts aus, obwohl mir im Nachhinein klar wurde, dass ich mich  aufgrund des Auftriebs des warmen kollegialen Miefs unmittelbar im Dunstbereich meiner Mitinsassen befinden würde. Meine Bedenken wurden aber zerstreut, da ich „in meinem  Oberstübchen“ noch eine Entlüftungs-Möglichkeit entdeckte. Anschließend ging´s zum Mikrozensus.Ein ganz normales Treffen ? Teil 2   Im Laufe unseres Verweilens trafen dann Zug um Zug weitere Ritter ein: dem ersten Eindruck nach äußerst verwegene Gestalten in abenteuerlicher Aufmachung wie in den bildlichen Darstellungen deutlich erkennbar, begleitet durch allery nette Frauenzimmer. Ich sah Elisabeth leicht gebeugt: sie hat nicht nur Suri sondern auch noch einen Hexenschuss. Aus diesem Grunde musste sie mit dem PKW anreisen. Auch unsere Abordnung komplettierte sich peu a` peu. Lui war im übrigen der weitere Beischläfer in unserer WG, der auch „oberkünftig“ sein Lager aufschlagen durfte. Wie man eynen Blauen Germanischen Krieger bey Kräfften hält.. Nachdem wir einige Degestive  zu uns genommen hatten, ging es in den Speisesaal, einem stattlichen, hohen, gemütlichen, getäfelten Raum auf dessen Stirnseite seitlich zwei große dekorative Herdfeuer eingelassen sind.  Im Hause gibt es noch einen weiteren großen Speisesaal, den ich aber weiter nicht erkundet hatte. Aufgrund der Masse mussten wir uns auf beide Säle verteilen. Kredenzt wurde eine „badische“ Spezialität: Sauerkraut mit Kartoffel-Pü und SCHÄUFELE, einer gepökelten und geräucherten Schweineschulter. Hernach  begrüßte WEBS draußen die einzelnen Stämme, derer es insgesamt 20 waren (3 aus dem Ostreich, 2 aus Helvetien). In seiner Ansprache führte WEBS aus, dass er aus Kostengründen auf eine Live-Band verzichtet hat -wie er auch generell den Aufwand so gering wie möglich treiben  wolle, um den Gewinn ungeschmälert karitativen Zwecken zuführen zu können. Insofern gab es – nach seiner Aussage – auch „nur“ ein „puritanisches“ und mehr symbolisches Gastgeschenk. Diese Einstellung fand breite Zustimmung. Lui als frisch inthronisierter Clan-Chef und ex-Roadcaptain überbrachte unsere Grüße. Nebenbei wurde er von Gerd, Roadcaptain von BKG 8 angeranzt: „Jetzt kann ich mich , da Du ja jetzt Präsi bist, ja nicht mehr auf Augenhöhe mit Dir unterhalten“. Lui: Das wird Dir mit dem neuen Roadcaptain (Barney) auch künftig wohl schwerlich gelingen...hihi.“ Zu guter Letzt gab es auch Ehrungen dergestalt, dass das älteste Moped und auch die weiteste Anfahrt pokalisiert wurden. Zu meiner Verwunderung kam auch ich in den Genuss eines stattlichen Kelchs. Offensichtlich war der Altersquerschnitt so niedrig, dass ich in diesem Fall mit meinen 43 bereits zur Alt-Herren-Riege gehörte.  Und ab 22 Uhr wurde gebrutschelt was das Zeugs hielt. Am Grill herrschte hektische Aktivität. WEBS Mannschaft hatte alle Hände zu tun, die Fresslust der anwesenden Krieger zu befriedigen.. Bisweilen waren 8 Personen, in Schwaden eingehüllt,  hinter dem Tresen. Es war alles in allem perfekt organisiert. Auch DJ Rambo, eine Leihgabe aus dem Stamm BKG 32, hatte ebenfalls reichlich zu tun und öffnete Konserve um Konserve. Nach dem reichlichen Frühstück am nächsten Tag hieß es bei herrlichem Sonnenschein „Aufstellen zum Korso“. Unterhalb der Burg in den Kinzig-Auen finden wir reichlich Platz. Von dort aus ging es mit geschätzten 180 Maschinen zum 37 km entfernten Europapark nach Rust, wo die Scheckübergabe stattfinden sollte. In schneller Fahrt und bei perfekter Organisation und mit Polizeibegleitung erreichten wir schließlich die zentrale Hotelanlage Collosseo. Dort ist über einen Winkel von etwa 45 Grad ein  Kreissektor des Kollosseums in Rom nachgebildet. Ihm genau gegenüber liegen quasi in Weiterführung des Kreises das 4- Sterne-Hotel Collosseo und seitlich davon mehrere kleinere schnuckelige Hotels bzw. Gastronomiebetriebe mit mediterranem  Charakter. Dieses Ensemble schließt sich zu einem Kreis in dessen Mitte ein großer Platz liegt. Der Hingucker ist eine große Wasserfontäne. Eine wirklich beeindruckende Kulisse. Wir hatten das ganz große Privileg, dort komplett auflaufen zu dürfen. Für die Velos wurde uns explizit auf dem riesigen Parkplatz ein Segment vorgehalten. Allein die Clanchefs und deren Schamane durften ihre Maschinen auf dem zentralen Platz inmitten der Hotelanlage abstellen. Die Scheck in Höhe von 2222,22 Euro ging an das Comenius-Projekt, vertreten durch die Georg-Wimmer-Schule in Lahr, einer schulische Einrichtung für Geistigbehinderte. Botho Jenne, Pfarrer und einer der 10%er von BKG2, ließ es sich nicht nehmen, ebenfalls ein paar Worte an uns zu richten. Er unterstrich, dass dem Rittertum nicht nur eine dienende Funktion zukommt, sondern auch die Befugnis zu herrschen. Alledem liegt eine edle Haltung und Tugend und gesellschaftliche Verantwortung zugrunde.  Im Anschluss daran beteten wir gemeinsam das „Vater unser der Straße“. Der Polizeipräsident von Süd-Baden, Bernhard Rotzinger, WEBS wohl bekannt und mit ihm persönlich verbunden, schließlich hatten beide schon einmal die Bude geteilt, übernahm gerne die Schirmherrschaft über das Treffen der BK´ler und richtete ebenfalls Grußworte an uns. Gerne vernahmen wir im Anschluss daran die Einladung der Geschäftsführung des Europarks, vertreten durch Herrn Rütimann,  zu einem Apre` unter schattenspendenden Sonnenschirmen. Im Anschluss verteilten wir uns auf die Touren. Preselektor Biker-Manni hatte für uns eine Blümchenpflückertour ins Elsass gebucht.  Von Rust ging es mit der Fähre bei Rhinau über den Rhein zu den Zanefbieche (Senfbäuchen) von Obernai/Elsass. Geführt hat uns Bruno und Nathalie aus dem Elsass/Frankreich, beide sind aber Member von BKG 2. Den Abschluss unserer Rotte bildete Siggi. Es war eine sehr schöne Ausfahrt, die in mir das unbändige Verlangen aufkeimen ließ, diese Gegend nochmals  -aber dann mit (m)einer Buhlschaft– aufzusuchen und dort der sinnlichen Völlerei zu frönen. Ach... wäre das schööön....!! Daheim angekommen: Duschen, Kleiderwechsel & Kuchen, Des Abends gab es ein leckeres Geschnetzeltes mit Spätzle. Eine Tombola sowie der Auftritt der School-Band „the Willows“ aus Dänemark, die just zu einem Freundschaftstreffen bei der  Georg-Wimmer-Schule in Lahr zu Gast waren, rundeten den Abend ab. Zwischendurch fiel mir eine Zusammenrottung junger streitbarer Amazonen auf, in deren Mitte ELLE eingekesselt schien. Ich wollte ihm schon zur Hilfe eilen; doch meine Sorge war völlig unbegründet. Ich kannte die Vorgeschichte und wähnte schon, dass man Elles Manneszierde malträtieren würde. Doch nichts dergleichen geschah; Sandra legte ihm nur ein rosafarbene Weste an. Beim genauen Hinsehen entdeckte ich die Beschriftung:  STÜCK MIST. Fürwahr eine intelligente und diplomatische Erwiderung auf Elles Entgleisung: MISTSTÜCK. Ich gehe davon aus, dass die Eh(e)renstreitigkeit damit unblutig und auf alle Zeit beendet werden konnte.

 

Fazit:

Den sympathischen Schwarzwald-Rittern ist es mit einem enormen Personalaufwand (zeitweise bis zu 60 Personen) und mit perfekter Organisation gelungen,  ein Treffen zu veranstalten, das uns in sehr guter Erinnerung bleiben wird. Hier passte alles: „Lokäischen“, Wetter,  Anwesende,  Umfeld...Organisation. Ich schließe mich dem spontanen Urteil meines Chiefs an: „Ein ganz normales Treffen, und das ist gut so“. Allerdings bin ich gleichfalls der Auffassung von Biker-Manni: Irgendwas fehlte hier noch!!! Klar doch: „Unsere Supporter....“ !!!! Bei meiner Treu:   so war`s......      in etwa....... wenn ich mich nicht irre....hihihi