AP - Tour 2010 Auf zu den Ottifanten Es sollte eigentlich nur eine gemütliche, anspruchslose  „Klassenfahrt“ werden.  Eventuell eine Kleinauflage des legendären Boardmeetings. Keine besonderen Highlights, einfach nur mal so ums „Häusereck“,  nichts Spektakuläres.  Aber es kam ganz anders. Beginnen wir mit dem Mittwoch, dem 19.05.2010 an der Autobahnwache (APW) Münster. 12 Knights mit ihren Krädern und unser Präsi Holk nebst Sonja und einigen Vierbeinern im PKW verabredeten sich bei leicht bedecktem, aber äußerst verträglichem Wetter um und unter bewährter Führung unseres  Roadcaptains Lui über Melle ins Otti-Castle zu fahren und dort in geselliger Runde ein wenig abzuhängen. Unser Präsi hatte mit seinem japanischen Schrotthaufen wieder einmal Pech gehabt: das Moped leckte...insofern musste er zu seinem Leidwesen auf den 4-Kreiser zurückgreifen. Die Hinfahrt führte uns entlang der westfälischen „Spargelroute“ und über Teile der Osningroute durch malerische  (Raps) Land- und Ortschaften. Unser erstes technische Halt war wieder einmal der Parkplatz am Rande des Gesundheitszentrums in Bad Laer, wo seit November 2003 auf dem Grünwall eine DC6 abgestellt ist, die zuvor dem jordanischen Königshaus gehörte und auch von King Hussain selbst geflogen wurde. Nunmehr fristet sie ein unrühmliches Ende, vergammelt zusehends und kann für Partys und Familienfestlichkeiten angemietet werden. Das weitere und eigentliche Etappenziel lag in Melle. Hier befindet sich ein bei Kennern bekanntes   Automuseum, dass wir gegen 12 Uhr erreichten. Zur großen Freude gesellte sich Marco zu uns, der seit einiger Zeit unter einer hässlichen Krankheit leidet und nach einigen Anwendungen hoffentlich wieder in unserer Mitte fahren kann. Der Eintritt in Höhe von 5 Euro p.P. wurde durch eine Spende unseres Members Hans Hellenkamp gemildert. Hans war leider verhindert und stellte daraufhin seinen Unkostenbeitrag großzügig zur Verfügung. Unter kundiger und launiger Führung sahen wir neben Kuriositäten, wie z. B. ein mit Dampf angetriebenes und noch zugelassenes Fahrzeug auch zahlreiche Zeugnisse vergangener und glorreicher Zeiten der deutschen Automobilindustrie. Nun wurde gefachsimpelt und bestaunt. Da sah man die leuchtenden Augen so manch wieder jung gewordenen Bikers. Und da wurden PS-Zahlen genannt, Dönekes erzählt, und auch mach Erstaunliches trat zu Tage, wie z.B. wie viele Automobilien manch einer von uns schon im Laufe seines Lebens besessen hatte. Oder der Eine oder Andere äußerte sich verschmitzt über die Zweckmäßigkeit von Halteschlaufen aus dem Blickwinkel eines erotischen Rückbank- Schlüsselerlebnisses, wo sicherlich manche Lebenslinie abrupt eine einschneidende Kurve gekriegt hat. Nachdem wir uns in dem angegliederten Cafe gestärkt hatten (1 Espresso, 1 Tasse Kaffee und ein sehr schmackhaftes Stück Erdbeerkuchen = 5,50 €) ging es um 14:15 Uhr wieder auf die Walz. Um 17 Uhr konnten wir „Eintreffen“ melden. Der Quartiermeister Holgi vom Stamm der BKG 23 begrüßte und leitete uns durch die Katakomben und das Labyrinth des Otti- Castles, wo wir dann erst einmal unsere Zimmer, derer es massenhaft gab, bezogen. Nach einer groben Orientierung, dem Auspacken und Frischmachen ging es in die oben gelegenen Clubräume. Kaum betrete ich die Lounge, begrüßt mich Chef-Sommelier Otti  mit einer Flasche sehr süffigen Rotweines. Man kennt ja schließlich die Bedürfnisse und Gepflogenheiten seiner Kunden. So begonnen, musste dieser Abend zwangsläufig gelingen. „Slow-Foot“ und Direktor Franz von BKG 17 brauchte wohl eine gewisse Zeit der Orientierung, denn um 18:03 Uhr ging bei Lui ein „Notruf“ ein: „Ich habe mich verlaufen, die Zimmer sehen hier alle gleich aus.“ Aber um 18:08 Uhr, es gesellte sich noch Hermy von BKG 23 zu uns, waren wir dann komplett, und Franz konnte sich aus dem reichhaltigen Angebot der „Mini-Bar“ bedienen.  Nach seiner Ansicht wählte er eine Flasche „Weizen-Milchschnitte“, was sich dann nach Übersetzung eines Knights als Hefen-Weizen-Mix herausstellte. Ich hatte alsbaldig die Flasche Rotwein konsumiert und nachdem Lui um 18:34 Uhr die offizielle Begrüßungsorgie eröffnete, melde Otti, der nicht nur ein ausgezeichneter Sommelier ist, sondern auch noch Maitre de Cuisine: „Essen fassen“. Das muss man nämlich wissen: Otti hat sein Handwerk als Küchenbulle beim Bundesgrenzschutz von der Pike auf gelernt. Da schlummert ein unentdecktes Talent und ich quetsche mir die verschiedensten Rezepte aus den Rippen, während sich der Maitre wahrscheinlich amüsiert ob meiner dilettantischen  Bemühungen zurücklehnt. Der Maitre präsentierte ein köstliches Füselli-Ottignese nach Rintelner Art.  Wer es nachkochen möchte: Produktfälschungen und Nachahmungen sind als sog. Spaghetti- Bolognese im Netz abrufbar. Nach dem Genuss von einigen Schnellkompostierern der Marke „Nordhäuser Eis-Kräuter“ stieg die Stimmung auf den Siedepunkt: Um 20:24 Uhr wurde zum zweiten Mal die BK-Hymne und zwar dieses Mal in der Fassung mit 2. Strophe intoniert. Es ist für mich immer ein bewegender Moment, wenn - wie in diesem Fall - 15 raue Kehlen den Saal zum Kochen bringen. Da wird so manches Männerauge feucht, und der eine oder andere Knight reibt sich gerührt die Augen. Und jetzt geht’s Schlag auf Schlag: Stündlich wird die Hymne skandiert und es wird gelacht und gejubelt. Ich habe nun auch meine 2. Flasche des edlen Traubensaftes dekantiert und mich beschleicht das untrügliche Gefühl, langsam genug gehabt zu haben und habe mein Protokoll um 23:00 Uhr wegen Übermüdung oder vielleicht auch nur mangelnder Auffassungsgabe geschlossen. Was ein Glück, dass ich mein Zimmer mit einem Kofferband markiert hatte, ich hätte mich wie weiland im Labyrinth von Knossos verlaufen können. Am nächsten Morgen ereilte mich erst einmal ein tüchtiger Anschiss meines Roadcaptains, da ich entgegen der getroffenen Vereinbarungen mit drei weiteren hungrigen Frühaufstehern eigenständig das Frühstücksbuffet heimsuchte. Das tat der Stimmung aber kein Abbruch. Nach einem opulenten Frühstück mussten wir Abschied nehmen und es ging auf Umwegen in Richtung Heimat. Um 13:15 Uhr erreichten wir schließlich den Marienhof-Marks in Delbrück-Bentfeld. Es handelt sich hierbei um ein Bauernhofcafe mit angegliederter Hofbrauerei. Diese urige „Lokäschen“ hatten Ingrid und ich auf der Rückfahrt von unserem Fahr- und Sicherheitstraining in Hann.-Münden bei den 15ern entdeckt,  und es stand für uns fest: das ist erste Sahne!!!! Obgleich das Cafe erst um 14 Uhr öffnen sollte, konnten wir den „Bauern“ dazu überreden, uns doch schon vorab Einlass zu gewähren, was er sicherlich nach einer kurzen Kalkulation und Kosten-Nutzen-Analyse auch gerne getan hatte. Dieser Hof hat noch eine Besonderheit, die jedes Frauenherz höher schlagen lässt: In Nebengelassen und Scheunen wird eine Unmenge an Nippes, Dekorationsmaterialien, Handarbeiten und ...und... angeboten. Ich kann es kaum in Worte kleiden, man ist schier überwältigt und muss es selbst gesehen haben. Im Internet hat übrigens dieser Hof seinen Auftritt, und es lohnt sich sicherlich dort vorbeizuschauen: http://www.marienhof-marks.de/mambo/ Nachdem wir uns dort gütlich getan hatten, gings dann nahezu straight ahead zur Biker`s Farm. Und da wir an diesem Donnerstag sowieso unseren regulären Stammtisch hatten, warteten schon sehnsüchtig einige Knights unseres Chapters und ein Gast von BKG 8 auf uns. Fazit: Es kamen ca. 380 km zustande, ohne einen „Abgang“. Alle waren´s glücklich und zufrieden. Dank gilt nicht nur unserem Roadcaptain sondern ganz besonders Otti und seinen Mannen, die uns einen unvergesslichen Tag bescherten. Wir kommen bestimmt wieder..... Euch zur Warnung!!! RWP: klaboe im Namen der Teilnehmer
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