Grenz(er)fahrungendrempels en rotonden„Grenzerfahrungen“Mal über den Tellerrand schauen, neue Freunde, Bekannte oder gute Nachbarn treffen und ein „Prötken“ halten. ... das war der Tenor unserer Stippvisite beim Chapter Neatherlands IV, das zu einer „international Rally“ eingeladen hatte. Dazu trafen sich am Samstagmorgen, dem 26.06. am Autohof Senden/A43 :1 Führungskraft (Lui)2 Diensthabende des operativen Dienstes (Ingi, Guido)1 Funktionsträger des inneren Dienstes (ChrisB)1 Bürgerbeamter mit langjähriger Berufserfahrung (BK-Manni)1 Verschlusssachenbearbeiter (NorbertP)2 bürgerliche Additive (Martina@Guido, Tim@Biker-Manni), 1 Rentier/Privatier (klaboe)Mit 9 „Mannen“ und 8 Krädern hieß es um 10 Uhr „aufsitzen und abfahren“, und dann ging´s bei herrlichstem Wetter in Richtung NL. Ziel war zunächst die „Politieacademie“ in Warnsveld wo sich eine nationale Gedenkstätte für im Dienst getötete Polizeibeamte befindet. Weil das Treffen bereits am Freitag begonnen hatte, wir aber erst am Samstag anreisten, sollten wir uns dort etwa gegen 12-13 Uhr einfinden, um uns in den weiteren Programmablauf, der nämlich die Besichtigung der Gedenkstätte vorsah, nahtlos einfügen zu können.Eingedenk der Tatsache, dass diese Strecke (flach und weitgehend geradeaus) keine besonderen fahrtechnischen Herausforderungen bieten konnte und es angesichts der Repressalien in den Niederlanden außerordentlich geboten erschien, die dortigen Verkehrsbeschränkungen peinlichst einzuhalten, versuchte unsere Führungskraft das Letzte aus den Gegebenheiten herauszuholen und uns etwas Fahrspass zu bieten: jede nur erdenkliche Kurve – und sei es ein Kreisverkehr - wurde mit google-earth gesucht und in die Route eingearbeitet.Dass nicht mehr daraus wurde, wird unseren BK-Manni nebst Filuis gefreut haben, denn deren Maschinen sind ja allenthalben nur fürs „Geradeausfahren“ konzipiert. Tim (BK-Mannis Ergebnis einer „Paarung „ mit einer Bürgerlichen) wirkte von hinten richtig „böse, bissig, agressiv“: breites Hinterrad, in Harley-Manier links seitlich abgesetzt das Kennzeichen und nicht zu vergessen: der breite Lenker; eine beachtliche Erscheinung diese VTX 1300.Irgendwann auf der Strecke überkam Tim wohl eine Art von „Morbus Parkinson“ ... ich beobachtete nämlich, dass er wechselweise die Hände von Lenker sowie die Beine von den Fußrasten nahm und versuchte, seine Blutstauungen durch systematisches Schütteln der Extremitäten aufzulösen. Aber das ist halt so, wenn man kein richtiges Moped sein Eigen nennt :-)Für die „Anderen“ war es dann doch eher ein entspanntes Fahren. :-)Die Tour führte uns über wenig frequentierte Landstraßen und nahezu unmerklich hätten wir die Deutsch/Niederländische Grenze überfahren, würde sich dem Betrachter nicht schlagartig ein völlig anderes Landschaftsbild darbieten. Angefangen bei andersartige Straßen und -belägen über gemütliche bäuerliche Anwesen, herrschaftlichen Häusern bis hin zu gelegentlichen Kanälen, die das Land durchziehen und die das Land maßgeblich prägen.Also ICH fand´s wunderschön, entspannend und beruhigend: friedliche Weite, grüne Wiesen, Kühe, Ackerbau und unendliche Baumalleen. Eigentlich kaum zu glauben, denn man sollte meinen, dass Holland ein Flachland ohne Wälder ist. Und das ist ja auch tatsächlich so; nur: sie können es mit ihren herrlichen Baumalleen abseits der Rijkswegenwunderbar kaschieren. Und so tourten wir bei sengender Hitze durch angenehm kühle Alleen..Aber zunächst wurden wir an der Polizeiakademie (eine Einrichtung nur für die Chefs – so sagte man uns) herzlich begrüßt, und es gab zur Stärkung erst einmal een copje coffee eneen plakje krentenwegge mit echte botter besmeerd (Rosinenbrot-Sandwich). Nach dieser Stärkung konnten wir diese angegliederte beachtliche Gedenkstätte in Augenschein nehmen. Sie regt sicherlich zum Nachdenken an. So etwas wäre bei uns in Deutschland kaum realisierbar. Allein wenn man bedenkt, mit welchen Widerständen zu kämpfen war, eine zentrale Gedenkstätte für die Toten unserer Bundeswehr zu schaffen.Ein interessanter Aspekt am Rande: 80% der im Dienst zu Tode gekommenen Polizeibeamten sind durch Verkehrsunfälle ums Leben gekommen.Nach Stärkung und Besinnung wurde unsere Gruppe von Geert, NL-IV geführt, der uns über phantastische Nebenstrecken und über die Deiche der Ijssel bis Albergen, einem Ort ca. 21 km vor unserem Endziel führte. Unterwegs galt es noch mit einer kleinen Fähre die Ijssel zu überqueren.Und immer wieder: Kreisverkehr und Schwellen !!!Was Kreisverkehr anbetrifft, so sehen wir auch in DLvermehrt die Tendenz, Kreuzungen und gefährliche Einmünden durch derartige Rotunden („rotonden“) zu entschärfen. Die holländischen Straßenbauingenieure scheinen das System perfektioniert zu haben, denn wir haben auf unserer Fahrt mit Sicherheit 50 solcher rotonden passiert. Ein anderes Instrument der Disziplinierung sind die Schwellen, in NL drempels genannt. Es gibt wohl keine Straßeneinmündung oder auch wie immer geartete Fahrwegsquerung, die nicht mit einer solchen Schwelle versehen ist. Es kann schon ganz schön auf die Federbeine gehen, wenn man sich nicht an die entsprechenden Geschwindigkeitsbeschränkungen hält.Ab Albergern wurde dann aus den zwischenzeitlich weiteren eingetroffenen Gruppen ein Konvoi zusammengestellt, der durch 2 Kollegen der Polizeibehörde Twente/Dinkelland weiter bis zum Endpunkt „Hotel Dinkeloord“, in der Nähe der Grenzstadt Denekamp geleitet wurde. Schließlich kamen 78 Blueknights zusammen, und zwar aus Norwegen II, III, IV, Belgien II, Niederlande II, IVBenelux ISchottland I, IIEngland X, XVILuxemburg I und als einzige Vertretung von DLTheutschland XVIIdie gegen 18 Uhr durch den jungen, dynamischen, smarten Polizeichef der Gegend und durch den Präsi NL4 “Koko” herzlich begrüßt wurden. Der Höhepunkt des Abends war die Checkübergabe zu Gunsten der Aktion: kans voor een kind (Chance für ein Kind) in Höhe von 3600 €.. Eine beachtliche Summe!!! Übergeben wurde der Scheck an eine „süße blonde Maus“, namens Marga Bult, die wohl in der dortigen ;Medienlandschaft ziemlich populär ist und sich auch anl. der Übergabe wirksam in Pose zu setzen wusste.Lui nahm die Gelegenheit wahr, auch zu einer Spende zugunsten Helga von Österreich I aufzurufen. Der Erlös: 130 €.An unserer Absteige war nix zu mäkeln; zwar hatte das Hotel schon bessere Tage erlebt, strömt aber heute immer noch den Charme und Flair vergangener, vielleicht luxuriöserer und glorreicher Tage aus. Lui hatte sich glücklicherweise zuvor den Internetauftritt des Hauses angesehen. So wussten wir, dass das Haus über ein eigenes internes Schwimmbad verfügte, so dass sich zu unserer Abendgarderobe wohlweislich eine Badehose gesellte. Eine Wohltat, nach der Anfahrt und auch vor dem Frühstück sich sogleich ins kühle Nass stürzen zu können.Von unserer BKG-17-Crew blieben am Abend nur noch Lui, Ingi und ich übrig, da die anderen Knights wieder den Heimweg antreten mussten. Der Abend verlief ansonsten ohne nennenswerte Höhepunkte; die Gestaltung war jedem einzelnen Knight selbst überlassen und so blieb es nicht aus, dass sich – wie meist bei solchen Zusammenrottungen – einzelne „ethnischen Gruppen“ bildeten. Nach anstrengenden Versuchen meine keltischen Sprachkenntnisse zu verbessern und Verzehr eines Fuder Rotweins überkam mich dann doch eine bleiernde Müdigkeit, so dass ich nach Ingi und noch vor Lui meine Liegestatt aufsuchte. Schlafen konnte ich dann wie ein Bär....ich habe noch nicht einmal bemerkt, dass Lui ca. 1 Stunde später zu Bett ging und unser Schlafgemach betrat. Gegen 5 Uhr war es aber dann doch nicht eine Vuvulea , die mir den Schlaf raubte, sondern es waren Lui`s stoßartigen Kehllaute, die mir ab dann das Aufstehen erleichterten.Am Frühstücktisch erfuhr ich dann eine Wiedergutmachung: Meine Nebengeräusche, so Lui, würden sich allenthalben – und wenn überhaupt – als leichtes Säuseln darstellen, so dass ich mich fürderhin wieder als angenehmer Beischläfer empfehlen kann.Nach Verabschiedung vom Organisationskomitee traten wir gegen 10 Uhr den Heimweg an. Kaum hatten wir die Grenze hinter uns gelassen, zupften Lui und Ingi so richtig am Gaszug. Und so dauerte es auch nicht all zu lange bis Münster in Sicht war. Insgesamt kamen ca. 350 km zusammen.Fazit: war ganz nett.KlaboeChronist